Entwaffnung von „Reichsbürgern“ stockt
Die Entwaffnung von „Reichsbürgern“ kommt nur schleppend voran. Nach Recherchen von NDR und „Süddeutscher Zeitung“ dürfen bundesweit noch immer mehr als 600 von ihnen Pistolen und Gewehre besitzen. Im Saarland leben demnach 120 Reichsbürger, fünf von ihnen haben eine Waffenerlaubnis.
Vor rund zwei Jahren hatte ein sogenannter Reichsbürger im fränkischen Georgensgmünd mit seinen Waffen einen Polizisten getötet und drei weitere schwer verletzt. Führende Innenpolitiker waren sich nach der Tat einig, dass man „Reichsbürgern“ ihre Waffenscheine sowie Pistolen und Gewehre schnell abnehmen müsse. Unmittelbar nach Georgensgmünd schickten alle Innenminister sogenannte Erlasse an die Kommunen mit der Aufforderung, den „Reichsbürgern“ die Waffenerlaubnisse zu entziehen.
Noch 605 Reichsbürger bundesweit
Recherchen des NDR und der „Süddeutschen Zeitung“ zeigen nun, dass in Deutschland noch immer 605 Reichsbürger im Besitz von waffenrechtlichen Erlaubnissen und Waffen sind. Im Saarland leben demnach 120 Reichsbürger, fünf von ihnen haben eine waffenrechtliche Erlaubnis. In Rheinland-Pfalz sind 530 Reichsbürger bekannt von denen 50 eine Waffenerlaubnis haben.
Bundesweit gibt es nach Angaben des Verfassungsschutzes rund 18.000 „Reichsbürger“ und sogenannte Selbstverwalter. Sie erkennen die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland nicht an und behaupten, das Deutsche Reich würde weiter bestehen. Teile der Szene werden vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft.